Langfristig denken

Der Einspeisetarif für Biogasstrom ist fix. Gleichzeitig schwanken die Substratpreise heftig. Mit einer Börsenabsicherung stellen Sie ihre Kalkulation auf eine verlässliche Basis.

Günstige Rohstoffe sind das A und O bei der Biogas-Produktion. Die meisten Betreiber von Biogasanlagen planen den Rohstoffeinkauf trotzdem noch immer kurzfristig. Frühestens zur Aussaat, häufig erst kurz vor der Ernte werden Kauf und Preis per Handschlag besiegelt.
Längerfristige Lieferverträge scheitern häufig daran, dass man sich nicht auf einen fairen Preis einigen kann. Die Folge: Plötzlichen Preissprüngen stehen Anlagenbetreiber schutzlos gegenüber. Und müssen damit rechnen, mit der Biogasproduktion tiefrote Zahlen zu schreiben, wenn die Substratkosten aus dem Ruder laufen.

Die Terminbörse bietet eine Möglichkeit, das Preisrisiko beim Substrateinkauf zu senken

Dazu muss zunächst einmal geklärt werden, welche Menge Substrat überhaupt abgesichert werden soll. Dazu ein Praxisbeispiel: Eine 200 kW-Biogasanlage, die 8.000 Volllaststunden pro Jahr läuft, verwertet hauptsächlich Maissilage. Eine Preisabsicherung über die Terminbörse funktioniert auch für Silomais, obwohl dieser an Handelsplätzen wie der Pariser Matif gar nicht gelistet ist. Dabei muss der Rohstoff nicht über die Börse gekauft werden — die bewährten Lieferbeziehungen vor Ort können bestehen bleiben. Sie kaufen an der Börse lediglich einen Termin-Kontrakt, z.B. für Weizen. Der ist vielerorts die wettbewerbsstärkste Kultur, weshalb sich dort der Preis der meisten Substrate von der Biogasrübe bis zum Silomais — fast Eins zu Eins an der Preiskurve für Weizen orientiert. Börsianer sprechen von einer hohen Korrelation, die
eine Preisabsicherung über die Börse überhaupt erst möglich macht. Der Preiszusammenhang zwischen Weizen und Silomais ist besonders ausgeprägt, sogar stärker als der zwischen Silomais und dem ebenfalls an der Matif gelisteten Körnermais. Die Weizenkontrakte an der Matif haben noch einen weiteren Vorteil: Sie verzeichnen die größten Tagesumsätze. Dadurch kann der Weizenpreis besonders weit im Voraus abgesichert werden (aktuell bis Januar 2016).

Die eigentlich Preisabsicherung funktioniert so:

Parallel zum tatsächlichen Einkauf von Silomais kaufen Sie für die notwendigen Substratmengen über einen Makler Kontrakte an der Warenterminbörse. Bevor Sie an der Börse aktiv werden, müssen Sie aber noch einiges an Vorarbeit leisten: Zunächst müssen Sie nämlich die Maissilage energetisch umrechnen. Im vorliegenden Beispiel werden die KTBL-Daten von Maissilage mit 33 % Trockenmasse, einem Biomasseertrag von 200 m³ und einer Methanausbeute von 52 % unterstellt. Es wird weiter angenommen, dass die Beispielanlage mit jährlich 3.000 t Maissilage „gefüttert“ wird. Rechnet man dies bei einer Trockenmasse von Körnermais von 87 %, einem Biomasseertrag von 620 m³ und einer Methanausbeute von 52 % um, so erhält man einen Substratbedarf an Körnermaisäquivalent von 967 t jährlich. Näherungsweise den gleichen Wert würde man erhalten, würde man die Maissilage in Getreideäquivalent umrechnen. Über den Methangasertrag lässt sich jedes beliebige Substrat auf ein an der Börse absicherbares Produkt umrechnen.

Vollkosten als Basis

Um nun eine Kalkulation für einen langfristig wirtschaftlichen Betrieb der Biogasanlage aufzustellen, müssen als nächstes die Vollkosten
berechnet werden. Auf dieser Basis lässt sich dann bezogen auf das eingesetzte Substrat der maximal zahlbare Preis ermitteln. Gehen wir davon aus, dass der Betreiber der 200 kW-Beispiel-Anlage den Nawaro-Bonus erhält, außerdem den Güllebonus. Für beliebige Substrate kann nun der Gasertrag pro Tonne Rohstoff ermittelt werden. Über die Grundvergütung, den Güllebonus, den Nawaro- Bonus und den Düngerwert des Substrates kann die Marktleistung für eine Tonne Substrat berechnet werden. Hiervon werden die auf eine Tonne Substrat bezogenen variablen Kosten der Verstromung und Fixkosten der Anlage abgezogen. Übrig bleibt der maximal zahlbare Preis für das Substrat frei Fermenter. In einer Studie der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft wurde unter den gegebenen Voraussetzungen ein maximal zahlbarer Preis für eine Tonne Weizen von 156 € frei Anlage ermittelt. Der gleiche maximale Substratpreis kann über das Gasäquivalent näherungsweise auch für eine Tonne Körnermais oder andere Getreidearten ermittelt werden. Für Maissilage resultiert übrigens ein maximal zahlbarer Substratpreis von 44 €/t Frischmasse.

Nach Umrechnung des verwendeten Substrates auf einen Börsenkontrakt und Ermittlung des maximal zahlbaren Substratpreises kann nun die Preisabsicherung vorgenommen werden. Mit dem Kauf von Termin- kontrakten fixieren Sie als Biogasanlagenbetreiber über einen Zeitraum von bis zu drei Jahren im Voraus einen Preis, der unter Ihrem maximal zahlbaren Substratpreis liegen sollte. Will zum Beispiel der Anlagenbetreiber der Beispielanlage den Preis seiner verwendeten Substrate für ein Jahr im Voraus festmachen, so muss er 967 t Körnermaisäquivalent einkaufen. Für das letzte Quartal 2013, also für den Termin Oktober bis Dezember ergäbe sich eine benötigte Menge von 242 t, also knapp 250 t. Es wird dem Betreiber kaum gelingen, diese Menge bereits im Januar am physischen Markt einzukaufen, da ja der Silomais zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal gedrillt wurde. Der Warenterminmarkt ist jedoch auf den Handelstermin November
bereits liquide. So kauft der Anlagenbetreiber fünf Kontrakte Weizen (zusammen 250 t) an der Warenterminbörse ein.

Nullsummespiel

Nehmen wir an, der Börsenpreis für Weizen steht zum Kaufzeitpunkt bei 155 €/t. Der Anlagenbetreiber kauft also fünf Weizen-Kontrakte an der Börse zu diesem Preis. Im Oktober kann er das Substrat nach der Ernte dann physisch von einem Landwirt in der Region einkaufen. Jedoch ist bis dahin der Marktpreis am physischen Markt und an der Börse um je 50 €/t gestiegen (eine hohe Preiskorrelation der Teilmärkte wird vorausgesetzt), so dass die Tonne Matif-Weizen nun 205 €/t kostet. Der Anlagenbetreiber muss also für die physische Ware 205 €/t bezahlen, gleichzeitig hat sich aber auch der Preis an der Börse um diesen Betrag erhöht, so dass er seinen Weizen-Future, den er für 155 €/t eingekauft hat, nun zum Preis von 205 €/t wieder verkaufen kann. Mit dem Börsengewinn von 50 €/t kann der Anlagenbetreiber den höheren Preis am physischen Markt ausgleichen. 205 €/t physischer Marktpreis abzüglich 50 €/t Börsengewinn ergeben genau den ursprünglich veranschlagten Preis von 155 €/t.

Und wenn die Preise fallen?

Natürlich können die Preise nach der Preisabsicherung auch fallen. Dann macht der Anlagenbetreiber einen Verlust an der Börse. Dies verteuert seine am physischen Markt günstig eingekaufte Ware um den Börsenverlust. Letztendlich erhält er aber auch bei diesem Szenario den ursprünglich kalkulierten Substratpreis. Der Pferdefuß: Aktuell liegt der Weizenpreis weit über dem veranschlagten maximal zahlbaren Substratpreis. Jedoch zeigt der quer über die Seiten 24 und 25 laufende Weizen-Chart, dass bis Mai 2010 der Börsenpreis für das Substrat im „grünen Bereich“ lag, also unter dem maximal zahlbaren Substratpreis aus der Vollkostenrechnung. Dieses Zeitfenster hätte über den Terminmarkt genutzt werden können, um sich über Terminkontrakte langfristig einen günstigen Preis zu sichern! Fazit: Als Anlagenbetreiber kann man die Börse nutzen, um niedrige Substatpreise langfristig zu fixieren. Aber Vorsicht: Das Börsenparkett ist glatt. Zum Beispiel bleibt ein Restrisiko, da sich Börsenpreis und Substratpreis in der Praxis nie vollständig parallel bewegen. Börsianer sprechen vom Basisrisiko. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Sie zur Strategieentwicklung unbedingt einen erfahrenen Betrater konsultieren.

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Bauern als Kaufleute und Spekulanten

Vortrag: Experte Lars Kuchenbuch erklärt, welche Risiken an der Warenterminbörse auf Landwirte lauern Münchberg– Mit Interesse und vielfach ungläubigem Staunen nahmen die etwa 200 Mitglie­der der Raiffeisen-Trocknungs­ genossenschaft Münchberg und  Umgebung den Vortrag „Warenterminbörse eine Möglichkeit der Preissicherung auch für Landwirte” von Lars Kuchenbuch auf. Der Ge­schäftsführer von KS-Agrar GmbH, bei der Deutschen Bank zum Finanzassistenten ausge­bildet, kennt dieses Metier ge­nau. Als Abwickler bei Soufflet Negoce S.A. in Frankreich, bei der CGB in Mount Vemon (USA) sowie als Telefonhändler bei Tenco an der größten Wa­renterminbörse der Welt, der Chicago Board of Trade (CBoT), kennt er alle Unwägbarkeiten bei diesem Geschäft genau. Fast rund um die Uhr wird an den Börsen- weltweit mit Weizen und Soja gehandelt. Allein in Chicago werden im Jahr 600 Millionen Kontrakte mit jeweils Hundert Tonnen pro Kontrakt gehandelt. Das er­rechnete Handels-volumen be­trägt hier 60 Milliarden Ton­nen, bei einer Weltproduktion von jährlich zwei Milliarden Tonnen Getreide und 400 Mil­lionen Tonnen Ölsaaten. ,,Dies bedeutet, dass die Welternte volumenmäßig 25 Mal gedreht wirdl”. Innerhalb eines Tages, so der Experte, gingen mehr als 1400 Meldungen aus dem Agrarbereich über den Ticker, viele von ihnen können zu Preisschwankungen führen. Gründe dafür seien die Freigabe der Märkte (weniger Staat, mehr Markt), die Zunahme der Produktivität in den ehemali­gen Oststaaten, Verschiebun­gen in der Angebots- und Nachfrage-Situation, geplanter Wegfall von Exporterstattungen, Veränderungen der lnter­ventionskriterien, die Nachfra­ge nach erneuerbaren Energien, Spekulationen von Marktteil­nehmern, Strukturveränderungen bei den landwirtschaftli­chen Betrieben, Investment­ banken als Anleger und nicht zuletzt die Wetterkapriolen, die in den vergangenen Jahren ständig zunahmen.  Dadurch, so der Referent weiter, seien auch die Marktpreise beein­ flusst worden. Am Beispiel des Brotweizens machte Kuchenbuch die Risiken für den Landwirt deutlich. In den vergangenen Jahren ha­be sich hier der Preis zwischen 100 und 120 Euro für eine Ton­ne bewegt. Bis Ende September stieg er auf 300 Euro an, um dann bis zum November wie­ der abzubröckeln. Die Meldung ,,in Argentinien könnten even­tuell Frostschäden zu Ernteaus­fällen führen” ließ den Kurs des Weizens wieder ansteigen. Des­halb müsse sich der Bauer fra­gen, ob er eventuell mJt 230 Euro verkauft, oder wartet, um dann eventuell mit 260 Euro verkaufen zu können und sich dann schließlich mit 180 Euro zufrieden geben müsse. ,,Der Bauer ist vom Tag des Saatgut­ kaufs bis zum Zeitpunkt des Verkaufs ein Spekulant”, so der Referent. Auch innerhalb der EU müs­se man sich jedes Jahr auf neue Warenströme einrichten. So hatten die Bauern in den neu­en Ländern befürchtet, dass die Polen mit ihrem EU-Beitritt ihren Markt mit Getreide über­ schwemmen würden, dann sei es aber ganz anders gekommen. ,,Die Polen kauften das Getrei­de in Deutschland.” Wie unberechenbar die Märkte seien, zei­ge die Tatsache, dass die USA dieses Jahr erstmals 25000 Tonnen EU-Weizen in Deutschland kauften. ,,So etwas hat es noch nie gegeben.” Der Landwirt müsse deshalb wie ein Kauf­mann denken, Preisrisiken ab­ sichern und das Gefühl für den richtigen Verkaufszeitpunkt ha­ben, sonst könne die Arbeit für ein ganzes Jahr umsonst gewe­sen sein.

Wackeln im Sturm

Wetterkapriolen und die Launen der Terminhändler lassen die Rendite einer Anlage in Agrarrohstoffe stark schwanken Wenn Anleger in Agrarrohstoffe investieren, liegen Freud und Leid oft nah beieinander. Wäh­rend der Preis für Zucker sich seit Jahres­anfang verdoppelt hat, sind Mais und Weizen nach zwischenzeitlichen Preis­ anstiegen rund 20 Prozent ins Minus ge­rutscht. Ungewöhnlich ist das nicht, die Preise für Agrarrohstoffe schwanken stärker als etwa Aktienkurse. Beispiel Mais: Bauern in den USA haben in die­sem Jahr offensichtlich deutlich mehr Mais angebaut, als die Märkte erwartet hatten. Außerdem verspricht die Wetterlage bislang gute Ernteerträge. Deshalb der Preisrutsch. Das Blatt könnte sich allerdings schon bald wieder wenden: ,,Ein Kälteeinbruch in den USA im Sep­tember würde die Ernte dezimieren und die Preise entsprechend steigen lassen”, sagt Carsten Fritsch, Rohstoffanalyst bei der Commerzbank. In wirtschaftlich unsicheren Zeiten empfehlen Anlageberater gern, Roh­stoffe als alternative Investments zu Aktien und Renten im Portfolio stärker zu gewichten. Gerade bei zunehmenden In­flationssorgen sollen Sachwerte das Vermögen vor Geldentwertung schützen. Neben klassischen Rohstoffinvestments wie Industriemetallen geraten dabei auch immer wieder Agrargüter ins Blickfeld. Dazu zählen Ausgangspflanzen für Grundnahrungsmittel wie Weizen, Mais, Raps und Soja. Hinzu kommen Genuss­ mittel wie Kaffee, Kakao und Zucker. Wer sich solche Rohstoffe ins Portfolio legt, kauft sich damit allerdings einen nervenaufreibenden Inflationsschutz ein. Und selbst wenn er die Achterbahn fahrt der Agrarpreise über längere Zeit durchhält, wird er nicht automatisch be­lohnt. Anleger, die etwa zu Beginn des neuen Jahrtausends in einen Korb aus Agrarrohstoffen investiert haben, liegen heute mit rund 30 Prozent im Minus. Wer zwei Jahre später eingestiegen ist, schreibt immerhin eine schwarze Null. Im selben Zeitraum haben die Preise von Industriemetallen um fast 200 Pro­zent zugelegt. ,,Dafür war vor allem der Strukturwandel in China verantwort­lich”, sagt Fritsch. Ähnliche strategische Szenarien entwerfen Anlageberater auch für die Agrarrohstoffe: Ein Anstieg der Weltbevölkerung bei gleichzeitig be­grenzten Anbauflächen könnte die Preise für Agrarrohstoffe steigen lassen. Hinzu käme ein wachsender Lebensstandard in den Schwellenländern mit einem größe­ren Bedarf an landwirtschaftsintensiven Produkten wie Fleisch und Milch. ,,Bis­ lang haben solche Entwicklungen die Preise auf den Agrarmärkten aber nicht nachhaltig steigen lassen. Daran dürfte sich kurzfristig auch nichts ändern”, sagt Martin Rares, Analyst beim Agrarmakler KS Agrar (siehe Interview). Von Fortschritten in der Produktions­ technologie können Anleger profitieren, wenn sie zum Beispiel Agrarfonds kau­fen. Denn diese investieren meist nicht in die Rohstoffe, sondern in Unterneh­men der Nahrungsmittelproduktion. Ge­rade diese könnten vom wachsenden Nahrungsmittelbedarf profitieren. So beteiligt sich der Fonds Invest Global Agribusiness der Deutsche-Bank Tochter DWS weltweit an Unternehmen, die zum Beispiel Saatgut oder Düngermittel herstellen: ,,Wir investieren entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Agrarmarkts”, sagt Fondsmanager Ralf Oberbannscheidt. Dazu zählen für ihn auch Hersteller von Bewässerungsanlagen oder Nahrungsmittelhändler: ,,Wir setzen dabei weltweit auf Unternehmen, die daran arbeiten, Ineffizienzen in der Nahrungsmittelproduktion abzubauen”, so Oberbannscheidt. Im vergangenen Jahr hat der Fonds kräftig Federn lassen müssen, dafür liegt er seit Jahresanfang dank gut gelaufener Blue Chips mit 50 Prozent im Plus. Schließlich bieten auch Aktien einen guten Inflationsschutz. Interview: Saisonverlauf entscheider FTD: Herr Hares, Anleger kennen die Argumentation:Weltbevölkerung und Fleischkonsum wachsen, die Erde bietet nur begrenzten Platz, deshalb werden die Preise für Agrarrohstoffe langfristig steigen. Warum sehen wir davon nichts? Martin Hares: Wegen der steigenden Nachfrage weiten Bauern weltweit ihre Produktion aus, gleichzeitig werden die Anbaumethoden effi-zienter. Gerade in den Schwellen­ ländern schlummern noch deutli­che Reserven. Es ist denkbar, dass die Landwirtschaft die Weltbevöl­kerung eines Tages nicht mehr ernähren kann, absehbar ist eine solche Entwicklung für die kommenden Jahre aber nicht. FTD Zuletzt haben die Preise deutlich nachgegeben, Anfang 2008 gab es Rekordpreise zum Beispiel bei Getreide. Wie kommt es zu solchen Preissprüngen? Hares Agrarmärkte funktionieren allein nach saisonalen Gesichtspunkten. In Abhängigkeit von den Preisen der Vorsaison entscheiden die Landwirte, wovon sie wie viel anbauen. Der Rest hängt von der Wetterlage ab. Längerfristige Prognosen zur Preisentwicklung sind deshalb absolut unmöglich. FTD ,,Gegessen wird immer”, so lautet eine populäre Anlegerregel. Ist die Preisentwicklung tatsächlich unabhängig von der Konjunktur-entwicklung? Hares Bei Grundnahrungsmitteln wie Getreide und Getreideprodukten sicherlich. Dennoch passen die Menschen ihre Essgewohnheiten an. Sie kaufen zum Beispiel in schlechten Zeiten weniger teure Fleischprodukte. Das belegen weltweit rückläufige Produktionszahlen aus der Veredellungswirtschaft. Ein massives Engagement von Spekulanten und der abrupte Abzug von Kapital in der Krise haben die Konjunkturabhängigkeit noch verstärk. FTD Treibt denn der Biomasse Boom die Preise? Hares Kaum. Die Bedeutung der nachwachsenden Rohstoffe ist weltweit ehr nachrangig. Nur in den USA gibt es bislang einen nennenswerten Maisverbrauch für die Ethanolproduktion. Die anderen Industrienationen halten sich deutlich zurück, entsprechen gering ist der Einfluss der Biomasse auf die Agrarpreise. Daran dürfte sich auch so schnell nichts ändern. Denn die Staaten werden andernfalls eingreifen, um Nahrungsmittel günstig zu halten.

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